Zwei Gesichter der Globalisierung

Flüchtlinge und andere Asylsuchende strömen in großer Zahl nach Europa. Die Meisten davon wollen nach Deutschland. Aus dem Ländern Lateinamerikas kommen unzählige Einwanderer in die USA, die sich von Gesetzen und Zäunen nicht aufhalten lassen. Bis vor kurzem glaubten viele sich noch sicher vor solchen Menschenströmen. Die Länder, in denen Elend und Krieg herrschen, sind ja so weit weg. Auf einmal stellt man voller Überraschung fest, in der heutigen Zeit sind das keine Entfernungen mehr. Tausende von Kilometern in ein paar Wochen zuüberwinden ist nichts, was uns erstaunen kann. Nachrichten gehen in Sekunden um die ganze Welt. Wir leben in Zeiten der Globalisierung. Die Mehrheit der Deutschen gehört bisher zu den Gewinnern dieser Globalisierung, genau wie die Mehrheit in den meisten Ländern Westeuropas und Nordamerikas.

Jetzt erleben wir die für uns weniger angenehme Seite der Globalisierung. Wir profitieren nicht nur vom weltweiten Handel, davon dass zu Billiglöhnen in den ärmsten Ländern der Welt produziert wird, davon dass unser Müll dort teilweise zu fürchterlichen Bedingungen entsorgt wird, auf einmal sieht Globalisierung für uns auch so aus, dass neben Kriegsflüchtlingen auch Armutsflüchtlinge verstärkt in das reiche Europa drängen.

Es ist natürlich klar, dass die Armutsprobleme und die Globalisierungprobleme nicht dadurch gelöst werden können, dass alle Armen der Welt jetzt nach Europa kommen. Das ist auch gar nicht der Fall. Nur ein geringer Teil, der weltweiten Flucht und Wanderungsbewegungen betrifft bisher Europa. Ich bekenne mich eindeutig zu denen, die eine moralische Pflicht zur Hilfe sehen. Aber ich weiss auch, eine Menge von nicht einfach lösbaren Problemen wird auf uns zu kommen. Nicht zuletzt weil die Politik diese absehbare Entwicklung Jahre lang verschlafen hat, nach dem Motto, die sind weit weg und so schlimm wird es schon nicht kommen.

Rechte Rattenfänger werden versuchen von diesen Problemen zu profitieren. Dem müssen wir auf jeden Fall entgegetreten. Denn ist ist ja wohl klar, ob der Asylsuchende bei uns bleiben kann oder nicht, ob es ein Kriegs oder ein Armutsflüchtling ist, ein Recht auf Menschenwürde hat er allemal.Kritik und harte Diskussionen gehören durchaus zur Demokratie. Wer aber Menschenrechte nicht anerkennt, verteidigt nicht Christentum und Abendland sondern tritt in die Nachfolge der braunen Horden, die Deutschland schon einmal ins Unglück gestürzt haben. Diskussionen, wie die Probleme gelöst werden können, gerne, Kritik an der Politik ist oft durchaus angebracht. Wer aber Ausländer anpöbelt oder Sympathie für Brandstifter zeigt, der ist glücklicherweise nicht das Volk in Deutschland, sondern entweder ein verführter Dummkopf oder ein krimineller Nazi.

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2 Gedanken zu “Zwei Gesichter der Globalisierung

  1. Hass??? Ist Hass nicht etwas was auf Angst begründet ist? Man geht manchmal so leichtsinnig mit Worten um. Das Wort LIEBE hat viele Facetten, warum sollte nicht auch HASS Facetten haben. Ich will damit keineswegs entschuldigen was solche „Idioten“ machen, die eben zündeln, pöbeln und mehr. Das ist aber auch mehr oder weniger ein hausgemachtes Problem, unserer Regierung. Wenn wir dank der Globalisierung, die mir persönlich auch Angst macht, Arbeiten unter schlimmsten Bedingungen in den „armen“ Ländern der Welt ausführen lassen, um den Profit zu steigern, dann ja dann baut man sich eben auch längerfristig die Probleme im eigenem Land auf. Wer seine Arbeit aufgrund der sogenannten Billiglohnländer verliert, und den Anschluss dann weil auf so vielen Sektoren so gearbeitet wird nicht mehr findet, der wird als HartzIV Mensch ausgegrenzt. Unsere Löhne nach amerikanischen Muster gedrückt, keine Festanstellungen mehr, das ist der Nährboden, den unsere Regierung zu verantworten hat. Den Rest später, muss jetzt weg….

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  2. Sehr richtig erkannt, Hass begründet sich meistens auf Angst, die Gefahr liegt darin, dass rechte Rattenfänger oft die eine Gruppe gegen die andere ausspielen wollen, leider oft erfolgreich, Hartz 4 gegen Asylanten, oder in den USA Schwarze gegen Latinos, so werden begründete Ängste von einem ungerechten System auf einen Sündenbock gelenkt

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