Die Macht des Schicksals und Mordechai Vanunu

Der Mann, dessen Schicksal mich zum Schreiben des Buchs “ Die Macht des Schicksals“ inspiriert hat, heisst Mordechai Vanunu. Er ist ein Jude, der aus Marokko nach Israel eingewandert ist, und von 1976 bis 1985 in dem streng geheimen Dimona Nuclear Research Center in der Negev Wüste arbeitete. 1985 wurde er dort entlassen und bereiste anschließend die Welt. 1986 trat er während einer Australienreise zum Christentum über. Anschließend wandte er sich an die britische Zeitung Daily Mirror und legt Beweise vor, dass Israel im Besitz einer Atombombe ist. Der Verleger des Daily Mirror leitete die Fotografien, die er von Vanunu bekommen hatte an Israel weiter.

Nach gründlicher Prüfung durch britische Amtomexperten veröffentlichte die Londoner Sunday Times am  5. Oktober 1986 die Beweise. Zu diesem Zeitpunkt wurde Mordechai Vanunu bereits vermisst. Wochenlang bestritt Israel mit seinem Verschwinden etwas zu tun zu haben. Erst durch Presserecherchen kam heraus, dass er am 30.09.86 widerrechtlich vom israelischen Geheimdienst Mossad aus Italien entführt worden war. Am 24.03.1988 wurde er in Israel wegen Landesverrats zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Davon verbrachte er 11 Jahre in Isolationshaft.

Auch nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurde er wiederholt in Haft genommen und zu mehrmonatigen Gefängnissstrafen verurteilt, weil er gegen die Haftauflagen verstossen hatte, zu denen gehörte, keinen Kontakt zu Ausländern aufzunehmen.

1998 wurde in Israel das sogenannte Vanunu Gestz verabschiedet, dass es Strafvollzugsbehörden erlaubt auch Briefe zu öffnen, die an israelische Parlamentsabgeordnete gerichtet sind, was bis zu diesem Zeitpunkt, wegen deren Immunität nicht möglich war.

Mordechai Vanunu erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen wie zum Beispiel den Right Livelyhood Award- auch als alternativer Nobelpreis bekannt- die Ernennung zum Rektor ehrenhalber der Universität Glasgow, die Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte und viele mehr. All diese konnte er bis heute nicht in Empfang nehmen, weil ihm die Ausreise aus Israel und der Kontakt mit Ausländern nach wie vor streng verboten ist.

In meinem Roman „Die Macht des Schicksals“ steht im Mittelpunkt ein Biochemiker, der aus einem streng geheimen Waffenprogramm aussteigt und von einem Geheimdienst deshalb verfolgt wird. Damit möchte ich dem Leser eine spannende fiktive Story erzählen, aber gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit noch einmal die Stimme zu erheben für die Forderung, Mordechai Vanunu fast dreißig Jahre nach seiner widerrechtlichen Entführung endlich volle Freizügigkeit zu gewähren.

 

 

 

 

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