Gegen Hass und Gewalt

Hassprediger spüren zur Zeit Aufwind. Das gilt sowohl für gewaltbereite Islamisten als auch für Rechtsextreme. Islamisten hoffen darauf, dass es nicht gelingt, Muslime, die jetzt in großer Zahl nach Europa kommen zu integrieren, damit sie in diesem Bereich erfolgreich rekrutieren können. Und die Rechtsextremen hoffen das gleiche, mit dem Ziel, endlich aus ihrem Schattendasein in Deutschland herauszukommen. Menschen mit einem geschlossenen rechtsradikalen Weltbild gibt es nur 5% bei uns, während Vorbehalte und Vorurteile gegen Muslime bei fast der Hälfte der Bevölkerung vorhanden sind. Da sieht man Rechtsaußen jetzt endlich mal die Chance, mehr Einfluss zu bekommen und eine größere Zahl von Leuten hinter “ Ausländer raus Parolen “ zu vereinigen.

Über einige Tatsachen müssen wir uns natürlich klar sein:

Wenn so viele Menschen zu uns kommen, dann sind da nicht nur Menschen mit besten Absichten darunter, sondern auch alle Arten von Kriminellen. Denen muss mit allen Mitteln des Rechtsstaates begegnet werden.

Wir werden nicht in der Lage sein, jedes Jahr eine Million Migranten aufzunehmen und anschließend erfolgreich zu integrieren.

Nicht nur Migranten brauchen bezahlbaren Wohnraum und Förderung am Arbeitsmarkt, sondern auch diejenigen, die schon hier sind und an denen die gute wirtschaftliche Entwicklung vorbeigegangen ist.

Aber dass so viele jetzt kommen, ist doch nicht Schuld von Flüchtlingen, die „auf einmal wie Heuschrecken über uns herfallen“, sondern von Politikern reicher europäischer Länder, die meinten ignorieren zu können, wenn Millionen von Flüchtlingen in den Kriegs nahen Ländern in Lägern, Kellern  und Ziegenställen  mit weniger als 1 $ pro Tag überleben sollen.

Folgendes muss uns auch klar sein. Wir in den reichen Ländern Europas leben gut zumindest zum Teil auf Kosten der Ärmsten der Welt. Wir profitieren davon,

dass Produkte zu Billiglöhnen in der dritten Welt hergestellt werden,

dass der gefährlichste Teil unseres Mülls in Ländern, die weit weg sind, unter katastrophalen Bedingungen entsorgt wird,

dass unsere Landwirtschaft teilweise mit subventionierten Preisen in die dritte Welt exportiert und dortigen Kleinbauern keine Chance gibt,

dass wir Waffen in Krisengebiete exportieren und so an Kriegen dort profitieren, u.v.m.

Wir haben die Probleme einer globalisierten Welt zu lange ignoriert, wundern wir uns doch nicht, wenn sie jetzt in anderer Form auf uns zurückfallen.

Geben wir den Hasspredigern, aus welcher Ecke sie auch immer kommen, keine Chance. Primitive Parolen helfen nicht! Einfache Lösungen gibt es nicht! Viele Probleme können nur Europa weit und noch darüber hinaus gelöst werden. Lasst uns mit allen, die auf dem Boden des Rechtsstaates stehen, darüber diskutieren und daran arbeiten, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Dazu sind alle aufgerufen, die guten Willens sind, egal ob Christen, Muslime oder Atheisten.

 

 

 

 

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4 Gedanken zu “Gegen Hass und Gewalt

  1. Warum nur Europa? Auch die USA ist maßgeblich an dem was weltweit geschied, beteiligt hat es sogar teilweise begünstigt. Mischt sich immer dort ein, wo Vorteile zu holen snd und hinterlässt meistens einen großen Scherbenhaufen den Europa wie jetzt aufräumen soll. Ich will nicht bestreiten das Europa sich auch mit den globalen Möglichkeiten der Ausbeutung (früher nannte man das Kolonien) bereichert hat. Deutsche Arbeitgeber haben es auf Kosten vieler verloren gegenganer Arbeitsplätze hier eben dort hin verlegt wo dann durch die billigeren Arbeitskräfte mehr Verdienst für sie hängen blieb.Und hier die Arbeitsnehmer auf der Strecke. Während der Unternehmer sogar noch zusätzlich seinen Wohnsitz in steuerbegünstigte Länder verlegte. Seine Waren hingegen sollten jene kaufen die bei uns auf der Strecke geblieben sind.Der einzelne Bürger hier bleibt also auf der Strecke, zugunsten jener die immer reicher werden wollen und dafür auch eben über Leichen gehen. Wen wundert es also, das Unzufriedenheit aufkam. Jetzt diese vielen Flüchtlinge die guten und bösen die in unser Land strömen. Die guten deren Arbeitskräfte schon wieder in den höchten Tönen gelobt werden …Wer bleibt dafür bei uns wieder auf der Strecke? Die bösen denen man alles in die Schuhe schiebt, Frei nach Aschenputtel, die guten ins Töpfchen… Jahrelang wurde hier bei uns eine falsche Bildungspolitik betrieben – Absicht? Es gibt soviiele Fragen und so wenig Antworten, ehrliche Antworten. VOR ALLEM warum hat man nicht viel eher die Zeicher der Zeit gesehen und eingeriffen als es noch ging, als das was jetzt auf uns zurollt noch eindämmen konnte. Wo sind da diese Spürnasen gewesen die so etwas immer riechen. Wollte man das gar nicht? Fragen über Fragen.

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  2. Da hast du natürlich vollkommen recht, dass die USA an den Ursachen der ganzen Misere nicht nur beteiligt sind, sondern sogar federführend, siehe Irak Krieg, der die ganze Region destabilisiert hat, ich habe Europa nur deshalb zuerst genannt, weil uns das näher liegt und weil die europäischen Politiker ein viel dringendere Interesse haben mussten, das Problem im Vorfeld anzugehen, statt nur abzuwarten.
    Im Übrigen finde ich die Fragen, die du aufgeworfen hast, sehr treffend.

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  3. Die Welt ändert sich und fasst immer so, wie wir dass gar nicht wollen. Heute sind dass die USA die die Welt aufrühren, morgen vielleicht China ? Sich in die Eine oder andere Richtung radikalisieren ist zu Flach. Über diese Probleme reden; diskutieren um bessere Auswege finden, Stadt irgendwelche Grenze setzen, die niemandem und nichts bringen können, ist wichtig.

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