Die Reichen und die Armen

Ein Prozent der Weltbevölkerung wird bald mehr besitzen  als der Rest, einer Oxfam Studie zu Folge.

Manche Leute werden sagen: Was soll`s . Es hat immer reiche und arme Leute gegeben. Wir können es nicht ändern. Ich würde sogar insoweit zustimmen, dass es kein erstrebenswertes Ziel ist, dass alle Menschen an Einkommen und Vermögen gleich sind. Aber ich kann der Meinung nicht zustimmen, das die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten harmlos ist. Und das ist keine Frage von Neid oder Gleichmacherei.

Der Mexikaner Carlos Slim z.B. , einer der reichsten Männer der Welt könnte theoretisch jeden Tag 1 Mio $ ausgeben und es würde 220 Jahre dauern, bis sein Vermögen aufgebraucht ist ( vorausgesetzt es gäbe keinen Vermögenszuwachs während dieser Zeit). Währenddessen leiden unzählige Leute unter Arbeitslosigkeit, Sozialkürzungen und sinkenden Realeinkommen. Und zur gleichen Zeit leben hunderte Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberen Trinkwasser und ohne genügen Nahrung für ihre Familien.

Und die Schere geht ständig weiter auf.  Der Anteil des reichsten 1% der Weltbevölkerung stieg innerhalb der letzten fünf Jahre bis 2014 von 44% auf 48% und wird vermutlich in wenigen Jahren bei mehr als 50% sein.

Die Konsequenzen dieser extremen Ungleichheit schaden allen. Zuerst natürlich den Armen, wie oben erläutert. Aber Leute mit besseren Einkommen können sich auch nicht sicher fühlen. Zuviel geld in den Händen weniger, die ihr Geld gar nicht für den Lebensunterhalt ausgeben können, führt zu Investment-Blasen. Und Blasen werden platzen. Wer wird dann am Ende die Zeche zahlen? Wie immer, die Menschen mit kleinerem und mittlerem Einkommen. Zusätzlich verstärkt die extreme Ungleichheit Kriminalität, Korruption und auch gewaltsame Konflikte. Sie gefährdet die Stabilität des Finanzsystems und das Wachstum der Wirtschaft.

Wie verhalten sich die Politiker, die von uns gewählt und immer wieder gewählt werden wollen. Ich fürchte die große Mehrheit von ihnen ignoriert dieses Problem. Oder pflegen sie vielleicht immer noch den naiven Glauben, das Reichtum an der Spitze der Einkommensscala auch automatisch allen zugute kommt?

Aber eins ist klar. Uralte Ungleichheiten auf der Basis von Geschlecht, Kaste, Rasse oder Religion – Ungerechtigkeiten per se – werden verstärkt durch den Wachsenden Graben zwischen Besitzenden und Habenichtsen. Un Ungleichheit ist kein unausweichliches Schicksal. Sie kann beseitigt werden und sie muss beseitigt werden.

 

 

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Ein Gedanke zu “Die Reichen und die Armen

  1. Es ist eine erschreckende Wahrheit. ….mit dein Wissen und deine klare Blick weiss du lieber Lothar wie ernst die Lage ist……wunderbar geschrieben ohne irgendwelche schön Reden Geschichten. ……….ja, die Politiker ignorieren das alles denen ihre Aroganz ist unerträglich. …was das schönste ist die werden nicht damit betroffen sondern kleine Mann …..ja das ist sehr wichtig was du geschrieben hast …..

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