The Donald und das Desaster des politischen Establishments

Donald Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten? Ein Mann zu dessen Haupteigenschaften politische Unerfahrenheit und rüpelhaftes Benehmen gehört, der gerne rassistische Vorurteile anheizt. Ein unberechenbarer Narzisst im Oval Office und somit der mächtigste Politiker der Welt? Ein Albtraum.

Und wenn ich mich in Europa umsehe, stelle ich eine Menge ähnlicher Erscheinungen fest. Natürlich sind die Länder, Parteien und Personen nicht in  jeder Hinsicht vergleichbar. Aber in Deutschland hat die fremdenfeindliche AFD in der letzten Zeit bei allen Wahlen zweistellige Ergebnisse eingefahren. In Österreich sind die beiden Parteien, die das Land jahrzehntelang reagiert haben, bei der Wahl des Bundespräsidenten auf den dritten und vierten Rang verwiesen worden. In Frankreich ist die rechtsextreme FN auf dem besten Weg, die Partei mit dem größten Wähleranteil zu werden.

Was sind die Gründe für dieses Desaster des politischen Establishments? Ich meine es ist nicht allen ein Problem der Republikaner in den USA. Wir stellen fast überall in den westlichen Demokratien fest, dass Establishment Politiker mehr und mehr das Vertrauen der Wähler verlieren. Einige Leute versuchen das  so zu erklären: Die Welt wird immer komplizierter, daher sind viele Leute nicht in der Lage, die Zusammenhänge zu verstehen und dann gehen sie Demagogen auf den Leim. Ich finde diese Erklärung ein bisschen zu einfach.

Was sind die Probleme? Die Menschen stellen fest, dass in Folge der Globalisierung die Mittelschicht immer mehr schrumpft. Die Menschen stellen fest, dass trotz enormer Militärausgaben die Welt nicht sicherer wird, sondern gewaltsame Konflikte und Terrorismus ständig zu nehmen. Die Menschen stellen fest, dass Politiker den größten Teil der Macht abgegeben haben an Investmentbanker, Hedgefond Manager und andere. Die Menschen glauben, Politiker sind gierig und wollen nur ihre eigenen Taschen füllen. Ist das alles so falsch. Wenn beispielsweise Hillary Clinton 250.000 $ bekommt für einen Vortrag bei Goldmann Sachs, trägt das nicht dazu bei, diesen Verdacht zu entkräften.

Wenn Donald Trump hoffentlich nicht Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist, fürchte ich, werden viele Politiker aufatmen und sagen: Gut! Lasst uns jetzt unser übliches Geschäft weiter machen. Wenn sie das machen, anstatt die oben genannten Probleme anzupacken, dann glaube ich werden wir noch eine Menge Donalds sehen.

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