Die Geschichte hat angeklopft Habt Ihr geantwortet?

Mit diesen Worten schließt Naomi Klein ihr Buch „This Changes Everything, Climate vs Capitalism“ ( das ändert alles, Klima gegen Kapitalismus). Was ist die Herausforderung.

Klima Wissenschaftler stimmen überein, dass der Klima Wandel hier und jetzt stattfindet. Ungefähr 97% der Wissenschaftler sagen, es ist ein vom Menschen gemachter Klimawandel.

Wir finden die Gründe für diesen selbst verursachten Klimawandel in der Wirtschaft. Der ökonomische Deal heißt : Billige Arbeitskräfte und schmutzige Energie. Auf diesem Weg ist der größtmögliche Gewinn garantiert. Vor der neoliberalen Ära hatte sich das Anwachsen der Emissionen auf eine Zuwachsrate von ungefähr 1% verlangsamt. Aber die Jahrtausendwende war in dieser Frage so etwas wie eine Wasserscheide. Zwischen 2000 und 2009 betrug der Anstieg der Emissionen 3,4%, ein vorläufiger Höhepunkt wurde mit 5,9% im Jahre 2010 erreicht. Als China die „Werkstatt der Welt“ wurde, entwickelte es sich gleichzeitig zum “ Dreck schleudernden Schornstein“ der Welt. Die gleiche Logik, die Arbeiter für einen Hungerlohn bis zum Zusammenbruch schuften lässt, ist bereit Berge dreckiger Kohle zu verbrennen und dabei so gut wie nichts für Umweltschutz auszugeben, weil das eben der billigste Weg zu produzieren ist.

Die Verbindung zwischen Umweltverschmutzung und Ausbeutung hat es schon seit den frühen Tagen der Industriellen Revolution gegeben. Aber als in der Vergangenheit Arbeiter sich organisierten, um bessere Löhne zu verlangen und die Bewohner der Städte sich organisierten für sauberere Luft, war die Industrie gezwungen beides zu verbessern, Arbeitsbedingungen und Umweltstandards. Das änderte sich mit der Globalisierung und dem folgenden Freihandel. Dank der Tatsache, dass nahezu ale Barrieren für den Kapitalverkehr fielen, begannen die internationalen Konzerne jedes mal abzuwandern, wenn die Arbeitskosten stiegen. Aus diesem Grund verließen viele Produzenten Südkorea Ende der 1990er und jetzt verlassen viele China, wo die Löhne auch langsam steigen, und gehen beispielsweise nach Bangladesh.

Naomi Klein blickt zurück in das Jahr 2009, als eine historische Chance sich anbot. Die Finanzkrise hatte das allgemeine Vertrauen in die Laissez-faire Ökonomie so weit erschüttert, dass es eine enorme Unterstützung gab, selbst in den USA, lange bestehende ideologische Tabus zu brechen gegen staatliche Interventionen in den Markt, um Jobs zu schaffen. So bekam Obama die Möglichkeit ein 800 Milliarden $ Programm zu starten, um die Wirtschaft wieder ins Laufen zu bringen. Das andere außergewöhnliche Phänomen zu dieser Zeit war der schwache Zustand der Banken. In 2009 waren sie auf den Knien und abhängig von Tausenden Milliarden an Unterstützung in Form von Krediten und Garantien. und es gab eine lebendige Debatte darüber, wie der Banksektor neu organisiert werden könne im Gegenzug für die Großzügigkeit des Steuerzahlers. Der andere wesentliche Faktor war, dass zwei der Großen Drei Autohersteller in den USA durch eigenes Mismanagement in die Hand der Regierung gekommen waren. Die US Regierung hatte in diesen Tagen die historische Chance ihr neu erworbenes Mandat zu nutzen, um eine neue Wirtschaft aufzubauen, wie es im Wahlkampf versprochen worden war. Diese Chance ist vergeben worden.
Was hat Obama daran gehindert, diesen historischen Moment zu ergreifen und Klima und die Wirtschaft gleichzeitig zu stabilisieren? Es war nicht der Mangel an Macht oder Resourcen, er hatte beides reichlich. Was ihn gehindert hat war eine unsichtbare Schranke, geprägt von der Überzeugung einer mächtigen Ideologie, die der er mit fast allen seiner politischen Mitbewerbern teilt. Nämlich die Überzeugung, dass es falsch ist, großen Konzerne vorzuschreiben wie sie ihr Geschäft zu betreiben haben, selbst dann, wenn sie es vor die Wand fahren.
Ok, das Spiel geht weiter. Wir haben eine Wirtschaft mit mächtigen Banken und Konzernen, für die nichts anderes zählt als der höchst mögliche und kurzfriste Gewinn. Und die Politiker stehen hilflos beiseite. Die nächste Krise wird zweifellos kommen. Wenn es noch eine Hoffnung für diese Welt gibt, dann liegt sie nicht in Konferenzräumen von Klimagipfeln und großen Regierungsgebäuden. Hoffnung liegt nur in einen breiten Umdenkungsprozess weg von dem sturen Markt-Fundamentalismus, der der größte Feind für den Zustand unseres Planeten geworden ist. Das Buch von Naomi Klein verlangt „nicht weniger als eine politische, ökonomische, soziale, kulturelle und moralische Umgestaltung der Welt“ schreibt Mike Hulms, New Scientist in einer Rezension.
Ich meine, das ist auch genau das, was unsere Welt braucht.

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Ein Gedanke zu “Die Geschichte hat angeklopft Habt Ihr geantwortet?

  1. Sehr gut beschrieben , nun, ich glaube das alle Politiker Korruption verfallen sind …….. oder feinere Beschreibung die Leben alle sehr gut mit dieser „Ideologie „

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