Werden wir aus der Geschichte lernen

Ich frage mich oft, wie es möglich war, dass 1933 so viele Deutsche Hitler vertrauten? Die Nazis wurden hauptsächlich von reichen Leuten finanziert. Es war doch unwahrscheinlich, dass sie Politik für den kleinen Mann und die Arbeiterschaft machen würden. Was war ihr Trick um den Wähler zu überzeugen?
Natürlich Deutschland litt unter den Folgen der großen Wirtschaftskrise. Aber die USA auch und die amerikanische Antwort darauf war Franklin D. Roosevelt und die deutsche Antwort war Hitler.
Hitler war ein begabter Demagoge. Das deutsche Selbstbewusstsein hatte nach dem 1. Weltkrieg gelitten und er versprach: Ich mache Deutschland wieder groß! Falls Sie jetzt irgendwelche Assoziationen zur heutigen Zeit haben, ich habe die auch. ( I will make America great again)
Hitler sagte den Leuten, sie seine eine Volksgemeinschaft und gleichzeitig bot er einen Sündenbock an für das ganze Desaster, eine Minderheit, die unbeliebt war und mit vielen Vorurteilen behaftet, die Juden. Viele Menschen glaubten ihm und so begann die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts.
Wenn wir uns heute in der Welt umschauen, finden wir Politiker und Parteien, die Hitlers Schnittmuster folgen Das einzige, was sich geändert hat, ist der Sündenbock, es sind nicht länger die Juden sondern die Moslems. Die Strategie ist es, abzulenken von fürchterlichen Konzepten in anderen Politikbereichen und hinzuweisen auf die angebliche Gefahr, die von einer Minderheits-Gruppe ausgehen soll. Ich glaube Donald Trump in den USA, die AFD in Deutschland, die FN in Frankreich und einige mehr folgen dieser Linie.
Sind wir in Gefahr, dass sich die Geschichte wiederholt? Ich hoffe nicht und ich glaube es auch wirklich nicht. Für Deutschland stelle ich fest, dass die Deutschen von 2016 sich in vieler Beziehung von den Deutschen 1933 unterscheiden. Am wichtigsten ist, in sieben Jahrzehnten nach dem 2.Weltkrieg sind Generationen aufgewachsen, die von Geburt an in einer Demokratie leben und die überwiegende Mehrheit der Menschen ist bereit, die verfassungsmäßigen Rechte aller Bürger zu verteidigen, mögen auch Minderheiten immer wieder schreien “ Wir sind das Volk“. Für die Deutschen von 1933 war die Demokratie nur eine kurze Episode von 14 Jahren gewesen. Vorher hatten sie Jahrhunderte lang nur gelernt Befehlen zu gehorchen und hatten niemals in einem freien Land gelebt. Hier hat sich glücklicherweise viel geändert seit 83 Jahren.
Und für andere Länder? Für die USA zu Beispiel? Auch wenn ich die Politik Washingtons oft kritisiert habe, ich habe einen großen Respekt vor dem amerikanischen Volk. Ich bin zuversichtlich, dass die Nation von Thomas Jefferson und Abraham Lincoln die Macht nicht in die Hände eines unberechenbaren Demagogen geben wird. Sicherlich braucht Washington einen Wechsel und manches muss anders werden in den USA aber das sollte in der Tradition der Unabhängigkeitserklärung geschehen, die in der Weltgeschichte einen Meilenstein darstellt auf dem Weg zu den Menschenrechten.
Lasst uns die Augen aufhalten und Demagogen keine Chance geben.

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2 Gedanken zu “Werden wir aus der Geschichte lernen

  1. ich bin halt immer Optimist, aber auch viele Beispiele von aktiver Solidarität gegen rechte Hetze stützen diesen Optimismus, wichtig ist nur, dass alle Demokraten im Grundsatz zusammenstehen und nicht wie in Weimar sich selbst so zerstreiten, dass die Nazis leichtes Spiel hatten

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