Dornröschen und Prinz Rassismo

Es war einmal ein Volk (Dornröschen). Das schlief. Eine böse Elite hatte ihm nämlich einen gefährlichen Zaubertrank eingeflößt, der hieß Toleranz. So nahm dieses Volk es hin, dass eine immer größere Zahl von Menschen mit fremdländischen Wurzeln im Land auftauchten, sogar mit anderer Hautfarbe oder anderer Religion. Aber eines Tages erscheint Prinz Rassismo, küsst das schlafende Volk wach und flüstert ihm ins Ohr: „Heute bist du tolerant, morgen fremd im eigenem Land.“
So ähnlich lautet das Märchen, das uns die Rassisten erzählen wollen.

Vielleicht sagen jetzt manche, Rassisten die gibt’s doch hier nicht, das sind doch nur besorgte Bürger und viele haben zu Recht Angst vor Islamisten und man hört doch allenthalben, dass der Islam eine gefährlich Religion ist.
Der junge Mann, der oben im Bild zu sehen ist, wurde in Berlin einzig und allein wegen seiner Hautfarbe krankenhausreif geschlagen.
Und lassen wir uns nicht täuschen, die Rassisten im Europa von heute versuchen meistens ihren Rassismus zu verschleiern. Sie sagen zum Beispiel, niemand möchten einen Boateng gern zum Nachbarn haben und reden sich anschließend heraus, sie hätten ja gar nicht gewusst, dass dieser eine schwarze Hautfarbe hat.

Manchmal muss man auch an der Oberfläche kratzen, um festzustellen, welche Ideologie hinter einer Forderung steht. “ Stoppt den Islam“ oder „Verbot der Vollverschleierung“ hört man oft. Zugegeben Vollverschleierung finde ich nicht gut und vieles was manche Islam-Prediger von sich geben gefällt mir nicht. Aber ich komme ziemlich viel herum und ich kann mich nur an eine einzige Vollverschleierung erinnern, die ich gesehen habe und das war im Privatpatientenbereich des Universitätsklinik Düsseldorf. Vielleicht ein vorgeschobenes Scheinproblem?
Und wie sieht es mit der Islamkritik aus. Stellen wir uns doch mal vor, ein Christ mit schwarzer Hautfarbe oder ein christlichen Syrer kommt in eine der Ortschaften, die Hochburgen der Islamkritik sind. Wie wird der wohl da aufgenommen ?
Mein Eindruck ist hinter der angeblichen Islamkritik versteckt sich oft etwas, was mit Rassismus viel treffender zu bezeichnen ist. Vor 80 Jahren waren Juden im Visier der Rassisten, heute konzentriert sich ihr Hass auf Muslime. Aber jedes mal geschieht das gleiche. Millionen von unschuldigen Menschen werden zu unrecht verleumdet. Wie das zuletzt endete ist bekannt, im abscheulichsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Jean Marie Le Pen, der Ehrenvorsitzende der Front National in Frankreich tut das als ein Detail der Geschichte ab. Auch wenn seine Tochter Marine Le Pen sich neuerdings davon distanziert, bleibt nicht verborgen,  dass die geistige Grundhaltung die selbe ist. Ich hoffe die grosse Mehrheit hat aus der Geschichte gelernt und das oben angeführte Märchen endet so:

Dornröschen öffnet die Augen schaut Prinz Rassismo an und ruft aus:

Du bist nicht mein Prinz. Du bist das Gespenst der dunklen Vergangenheit! 

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