An der Schwelle eines neuen Jahres

Ich gebe zu, an der Schwelle des neuen Jahres 2017 kann einem schon Angst und Bange werden. An der Spitze der mächtigsten Nation der Welt in wenigen Tagen Donald Trump, ein Mann, der Klimawandel für eine Falschmeldung hält und mit dem Gedanken eines neuen atomaren Wettrüstens spielt. In Moskau Putin, ein Politiker, dem jedes Mittel Recht ist, Russland wieder zur alten Größe zu führen. Dazu gehören menschenverachtende Interventionen in Syrien ebenso wie Cyber-Angriffe mit dem Ziel westliche Demokratien zu destabilisieren. In Syrien dominieren zur Zeit Russland, Iran und die Türkei. Neue humanitäre Katastrophen sind somit vorprogrammiert.
Terroristische Islamisten, die nachdem sie an Boden in ihrem Stammgebiet verlieren, immer mehr Europa zur Zielscheiben auswählen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass politisch zu verantwortendes Behördenversagen ihnen ebenso in die Hände spielt, wie die Tatsache, dass es nicht gelungen ist Teile der eingewanderten Bevölkerung in Europa gut zu integrieren. Und rechtsgerichtete Idioten, die eine aggressive Stimmung gegen alle Muslime anfachen, tun ein Übriges das innenpolitische Klima in europäischen Ländern zu verschärfen.
Darüber hinaus ist es eine Tatsache, das eine wachsende soziale Ungleichheit und eine immer größer werdende Anhäufung des Reichtums in den Händen weniger Menschen, eine Bildung von Spekulationsblasen fördert und irgendwann zu neuen Bankenkrisen und wirtschaftlichen Turbulenzen führen wird.
Sind wir in einer Situation ähnliche der in der 30er Jahren der 20. Jahrhunderts? Ich glaube trotz allem nicht. 1933 kam im politisch gedemütigten Deutschland mit Adolf Hitler ein größenwahnsinniger Verbrecher an die Macht. Russland mag in den letzten Jahrzehnten sich durch den Verlust imperialer Macht ähnlich gedemütigt fühlen, wie Deutschland nach den 1. Weltkrieg. Aber ich glaube man kann Putin vieles vorwerfen, doch ein größenwahnsinniger Idiot ist er nicht, eher ein kühl kalkulierender skrupelloser Macht-Politiker. Wenn ich an einen narzisstischen größenwahnsinnigen Idioten denke, richten sich meine Gedanken eher nach Washington. Dort trifft Donald Trump aber auf die älteste Demokratie der modernen Welt. Es gibt genug Hoffnung, dass die demokratische Bewegung in den USA stark genug ist, eine Katastrophe zu verhindern. Auch in den westeuropäischen Ländern sehe ich breite Teile der Bevölkerung, die für Demokratie, Frieden und Humanismus einstehen. Das Hauptproblem 1933 war nicht, dass es zu viele Nazis gab- davon gab es leider genug- schlimmer war, dass es viel zu wenig Menschen gab, die bereit waren, die demokratischen Werte zu verteidigen.
Heute sehe ich in den USA wie in Europa Mehrheiten, die freiheitlich demokratische Werte hochhalten. Und darauf wird es ankommen, auf uns. Wenn wir bereit sind die Werte der Demokratie, des Friedens und der Toleranz zu verteidigen, dann ist genug Hoffnung da. Trotz alledem!
In diesem Sinne wünsche ich allen eine gutes Jahr für Demokratie, Frieden und Freiheit.

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