Nationalismus 🆚  Globalismus?

ich habe mich in der letzten Zeit mit den Ideen Steve Bannons beschäftigt, der jetzt Chefstratege des Weißen Hauses ist und immer mehr zum Chefideologen der extremen Rechten wird. Er meint es gäbe eine weltweite Auseinandersetzung zwischen Nationalismus und Globalismus. Diese These ist ebenso gefährlich, wie grundfalsch, weil sie die Frontlinien der Auseinandersetzung verfälscht.
So etwas wie Globalisierung hat es immer gegeben. Im 19. Jahrhundert nannte man das beispielsweise Kolonialismus. Und wenn wir weiter zurückgehen in die Zeit des römischen reiches, dann stellen wir fest, damals wurden die größten Teile der damaligen Welt ausgeplündert von den Herrschenden in Rom. wobei ihnen eine kleine korrupte Oberschicht in den Provinzen hilfreich zur Hand ging. Soviel hat sich also gar nicht geändert oder?
Doch zweierlei hat sich geändert. Erstens sind die mächtigen Konzerne heute international aufgestellt. Nationale Interessen spielen keine Rolle mehr, es geht nur um die Profitinteressen des Konzerns. Wenn zB der in Deutschland basierte internationale Bayer Konzern den in den USA beheimateten internationalen Monsanto Konzern kauft, hat das weder mit deutschen noch mit US amerikanischen Interessen zu tun.
Und etwas anderes hat sich geändert. wir leben in einer Informationsgesellschaft weltweit. Wenn beispielsweise irgendwo in Afrika auf einem Großbildschirm tausende Menschen ein Fußballspiel von Bayern München verfolgen, und zwischendurch Werbung für teure Autos, Schmuck und Uhren ausgestrahlt wird, wen wundert es da, dass sich die Sehnsüchte der armen und ausgebeuteten Leute dort auf Deutschland oder ähnliche Länder ausrichten? Diese Entwicklung verstärkt sich natürlich, wenn durch Kriege und Klimaveränderung ihre Lebensbedingungen immer schlechter werden. Um Missverständnisse zu vermeiden ,  eine unbegrenzte Einwanderung aus armen Ländern in reiche kann natürlich keine Lösung sein.

Aber wir in den reichen Ländern profitieren von der Ausbeutung in den ärmsten Ländern der Welt. Wer mir jetzt sagt: Ich doch nicht! den frage ich, ob ihm nicht klar ist, dass sein Handy und sein Auto nicht funktionieren würden ohne Rohstoffe aus Afrika, und dass seine Kleidung und seine Schokolade, die er so günstig kauft, unter Bedingungen schlimmster Ausbeutung produziert wurden?
Ja es geht uns schon an, was in der Welt geschieht. Aber es geht nicht um Nationalismus oder Globalisierung. Die IG Farben im 3. Reich waren ein Konzern unter nationaler Kontrolle, und unter nationalem Oberkommando haben sie Zyklon B zur Ermordung von Millionen Juden hergestellt.
Ich bin auch nicht in jedem Fall ein Verfechter des Freihandels. Die Wirtschaft in manchen schwachen Ländern braucht Schutz und die Landwirtschaft im den ärmsten Ländern der Welt darf nicht dem gnadenlosen Profitzugriff der internationalen Agrarkonzerne schutzlos ausgesetzt sein. Aber wenn zum Beispiel Donald Trump sich beschwert, dass mehr deutsche Autos in den USA fahren als umgekehrt, dann ist meine Meinung, eine starke Wirtschaft ,wie die USA sie haben, braucht keine Schutzzölle, sondern innovative Industriepolitik.

Es geht nicht um Nationalismus oder Globalisierung. Es geht darum ob die Werte der freien Welt, zutiefst amerikanischen Werte, gelten oder nicht: Alle Menschen sind gleich geschaffen und mit gleichen Rechten ausgestattet. Und das unabhängig von Hautfarbe, Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung. Und dass internationale Konzerne im Interesse der Mehrheit der Menschen kontrolliert werden und nicht zügellos Profite für wenige schaffen.
Nicht Amerika, Deutschland oder wer auch immer zuerst.
Unsere Erde und ihre Menschen zuerst!

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