Wiederholt sich die Geschichte ? 1929 + 2019 mein Alptraum

Ich hatte eine schlimme Vorahnung. Oder war es ein  Déjà-vu ?

Börsencrash! Zusammenbruch von Banken! Wirtschaftskrise! Arbeitslosigkeit steigt dramatisch! verringerte Kaufkraft! Sozialleistungen nicht mehr finanzierbar! Große Koalition zerbricht! Neuwahlen! Rechtsextreme mehr als 25%! es findet sich keine Regierungsmehrheit! die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich weiter! schließlich erneute Neuwahlen! unter vielen Konservativen verbreitet sich die Meinung,  Rechtsaußen sei das kleinere Übel! nach wenigen Jahren eine Regierung mit einem Nazi-  Kanzler!

Eine Zukunftsvision? Nein, eine Kurzbeschreibung der Jahre 1929-1933. Aber sind wir so sicher, das dies nicht gleichzeitig eine Prognose für 2019 und die folgenden Jahre ist ?

Die Finanzmärkte sind weder durchschaubarer noch stabiler als vor 10 Jahren. Sind Aktien und Immobilienmärkte nicht längst überhitzt? Wirtschaftliche Risiken durch drohenden Handelskrieg, Brexit und Schulden im Euroraum, die durch Italien aus dem Ruder laufen könnten.

Oft taktisch motiviertes Gezänk unter demokratischen Regierungs- und auch Oppositionsparteien haben wir reichlich erlebt. Der Ruf nach Neuwahlen ist auch in relativ guten Zeiten schon laut genug gewesen. Blindheit für eine Gefahr von Rechtsaußen ist auch verbreitet. Wo bleibt, dann Anlass zur Zuversicht, dass diesmal bei entsprechender Konstellation die Geschichte anders als vor 90 Jahren ablaufen würde?

Bei allen Ähnlichkeiten, die Angst machen, gibt es zwei wichtige Unterschiede zwischen der politischen Situation in Deutschland heute und vor 90 Jahren.

In der Weimarer Republik gab es starke Kräfte rechts und links, die das demokratische System von Grund auf ablehnten. Das führte dazu, dass alle demokratischen Parteien zusammen ab 1932 noch nicht einmal die Hälfte der Sitze im Reichstag hatten. Heute gibt es Ernst zu nehmende Kräfte, die das demokratische System an sich ablehnen nur Rechtsaußen.

Als die Weimarer Republik 1929 in ihre größte Krise kam, war sie gerade mal 10 Jahre alt. Die Deutschen waren vor allem an ein autoritäres Regime gewöhnt und hatten keine demokratischen Traditionen. Nach 70 Jahren Bundesrepublik Deutschland ist eine Bevölkerung herangewachsen, die in ihrer großen Mehrheit Demokratie als etwas Gutes empfindet, die es zu erhalten und ggf zu verteidigen gilt.

Allerdings gibt es einen beunruhigenden Trend. Bei einer Forsa Umfrage im Jahre 2016 wurde festgestellt, dass der Anteil der Deutschen, die Demokratie für eine gute Staatsform halten, von 95% auf 88% zurückgegangen ist. Neuere Umfragen sind mir nicht bekannt, ich befürchte allerdings nichts Gutes. 12% braucht noch nicht gefährlich zu sein, aber in vieler Hinsicht hat sich 30% als ein Wert gezeigt, bei dem ein System schwer zu retten ist. Wenn zB ein See 30% Sauerstoff verliert, kippt er und selbst eine Zufuhr von Sauerstoff hilft nicht mehr.

Deshalb ist es gefährlich, wenn von Rechtsaußen an der Delegitimierung des demokratischen Rechtsstaats gearbeitet wird und von Leuten, die behaupten sie gehören zur politischen Mitte, das noch unterstützt wird ( „Herrschaft des Unrechts“ „illegale Masseneinwanderung“ etc ). Alle Politiker und alle Bürger, die Demokraten sein wollen, müssen sich ohne wenn und aber für eine Stärkung des demokratischen Bewusstseins stark machen.

„Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“

(Winston Churchill)

 

 

 

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu “Wiederholt sich die Geschichte ? 1929 + 2019 mein Alptraum

  1. Pingback: Wiederholt sich die Geschichte ? 1929 + 2019 mein Alptraum – Eurotopicals

  2. Tja.. es ist die Realität lieber Lothar .Ich glaube sogar das noch schlimmer kommt als du geschrieben hast ! Man konnte das alles verhindern in Deutschland , wenn Regierung stärker wäre und arbeitet für normale Menschen .Mit Lobbyisten geht das nicht, weil bei denen ist nur Gier ! Auch 12-16 Jahre Merkel mit ihre 🙈🙉🙊Politik ist ungeheuerlich und Skandal .

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  3. Zu Borka: der Halbsatz: „wenn Regierung stärker wäre und arbeitet für normale Menschen“ trifft genau das Problem. Warum ist die AfD in Sachsen-Anhalt und Sachsen so stark. Weil es hier über 10% Arbeitslose gibt, die keine Hoffnung haben. Wenn nur Lobby-Arbeit betrieben wird, dürfte in den neuen Bundesländern die AfD zweitstärkste wenn nicht sogar stärkste Partei werden. Vor allem wegen des Versagens der früheren „Arbeiterpartei“ SPD. Die Quittung kam in Bayern am Sonntag. 5. Platz!! Ich erinnere an Artikel 38, Abs. 1 Satz 2: (Abgeordnete)Sie sind Vertreter des ganzen!! Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht! gebunden.
    Letzteres gilt auch gegenüber großzügigen Parteispenden.. Oder ist Deutschland schon eine Bananenrepublik?

    Gefällt 1 Person

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