Der Schutz des Lebens ist die vitale Basis und die Voraussetzung aller Grundrechte

Wolfgang Schäuble hat in einem Interview mit dem Tagesspiegel etwas sehr richtiges gesagt. “ Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen. “ Allerdings lässt dieser Satz auch Raum für Fehlinterpretationen. Wir wissen alle, dass wir sterben müssen. Ich kann mir persönlich durchaus vorstellen, mich einmal in einer Situation zu befinden, in der ich für mich sage: “ Das Leben ist der Güter höchstes nicht“ , also beispielsweise als betagter Mensch mich dafür entscheide, nicht eine quälende Krebstherapie auf mich zu nehmen, sondern dem Tod gelassen ins Auge zu sehen. Aber das ist dann meine persönliche Entscheidung.

Das ändert aber nichts daran, dass der Schutz des Lebens die vitale Basis aller Grundrechte ist. Der Tod ist irreversibel und wenn ich nicht mehr lebe, nützt mir kein anderes Grundrecht etwas. Die Würde des Menschen ist unlösbar verbunden mit dem Schutz des Lebens anderer. Dieser Vorrang darf niemals aufgegeben werden zu Gunsten anderer Werte, beispielsweise ökonomischer Werte. Ansonsten sind wir zu Ende gedacht sehr schnell bei einer Situation, in der wir zB die kostenintensive Krebsbehandlung von Menschen über 80 einstellen würden, weil diese für das Gesamtsystem wirtschaftlich ruinös auswirkt. Oder wir sind in einer Situation, in der wir das Leben eines 50jährigen Trisomie 21 Patienten abwägen gegen das Leben eines gleichaltrigen Menschen ohne Behinderung und Vorerkrankungen.

Ja, es ist richtig, die Würde des Menschen ist ein absoluter Wert. Ausdruck dieser Tatsache kann nur sein, dass wir dem Schutz des Lebens anderer Menschen absolute Priorität einräumen vor eigenen wirtschaftlichen Interessen. Natürlich kann die beste Politik der Welt Todesfälle durch Covid19 nicht vermeiden. Selbstverständlich ist es richtig, es gibt nie absolut richtige Entscheidungen. Auch ist es gut, wenn sich jeder des eigenen Todes bewusst ist. Aber es wäre eine Perversion, Menschenwürde losgelöst vom Schutz des Lebens zu sehen. Also nach dem Motto: Hauptsache wir lassen sie in Würde sterben. Dann wäre menschliche Würde nichts als ein Deckmantel für wirtschaftliche Lockerungen. Solch eine Haltung wäre für eine solidarische Gesellschaft, die sich zu den Werten unseres Grundgesetzes bekennt, unerträglich. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass alle Schwierigkeiten der Corona Krise als solidarische Gesellschaft bewältigen. Dann können wir irgendwann wirklich sagen: Wir haben es gemeinsam geschafft.

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