Kommt jetzt das, was wir lange als Fortschritt und Zivilisation verstanden haben, an seine Grenzen ?

Only when the last tree has died and the last river been poisoned and the last fish been caught will we realize we cannot eat money.”

„Die bloße Jagd nach Reichtum ist nicht die Endbestimmung der Menschheit Die Auflösung der Gesellschaft steht drohend vor uns als Abschluss einer geschichtlichen Laufbahn, deren einziges Ziel der Reichtum ist; denn eine solche Laufbahn enthält die Elemente ihrer eigenen Vernichtung.“ ( Lewis Henry Morgan , US Anthropologe 1818-1881 ) Auf dieses Zitat bin ich bei Vorarbeiten zu meinem nächsten Buch, „die Rückkehr des weißen Büffelkalbs“ gestoßen. Lewis H Morgan hat viel über die Native Americans geforscht und er wurde von den Seneca als einer der Ihren adoptiert. Sie gaben ihm den Namen „Tayadaowuhkuh“ – „einer der Brücken baut“. Es ist eine alte Weisheit, dass Gier und Dummheit eng mit einander verbunden sind und damit die Gefahr des eigenen Untergangs. Für Gier und Dummheit stand im alten Griechenland der Midas Mythos. Um so weise wie Silenos zu werden, glaubte Midas, genüge es, ihn zu fangen. Er stellte ihm eine Falle, indem er einer Waldquelle Wein beimischte, aus der Silenos trank und berauscht einschlief. Dyonisos, der seinen alten Lehrer vermisste, musste dem König für dessen Freigabe einen Wunsch erfüllen. Midas wünschte sich, dass alles, was er berühre, zu Gold würde. Der Wunsch wurde ihm gewährt. Doch da ihm nun auch Essen und Trinken zu Gold wurden, drohte ihm der Tod durch Hunger oder Durst. Eine Erkenntnis, die im Kern gleich ist mit der Prophezeiung der Hopi – erstmals 1962 von den US Geographen William Willoya und Vinson Brown veröffentlicht- „erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Wir haben den Fortschritt Jahrhunderte – Ja Jahrtausende – vorangetrieben. Immer besser, immer schneller, immer effektiver, immer profitabler. In den letzten 20 Jahren hat sich die Fehlentwicklung unserer Zivilisation dramatisch beschleunigt. Gier und rücksichtslos vorangetriebene Globalisierung haben eine katastrophale Entwicklung angetrieben. Wir haben ständig künstliche und natürliche Puffer, Redundanzen, Vorschriften und Normen entfernt, die Resilienz und Schutz bieten, wenn große Systeme – ob ökologisch, geopolitisch oder finanziell – gestresst werden. Wir haben diese Puffer rücksichtslos aus der Besessenheit von kurzfristiger Effizienz und Wachstum entfernt, oder ohne darüber nachzudenken. Gleichzeitig haben wir uns extrem verhalten – wir haben gegen die politischen, finanziellen und planetarischen Grenzen des gesunden Menschenverstands gedrängt und diese durchbrochen.

Und währenddessen wurde die Welt technologisch nicht nur miteinander verbunden sondern Abhängigkeiten von einander wurden dramatisch erhöht – indem wir mehr Reibung beseitigt und Durchlässigkeit auf den globalen Märkten, in Telekommunikationssystemen, im Internet und auf Reisen installiert haben. Auf diese Weise haben wir die Globalisierung schneller, tiefer, billiger und enger als je zuvor gemacht. Wer wusste, dass es regelmäßige Direktflüge von Wuhan, China, nach Amerika gab? Wer fragt noch, was ist schließlich der Zweck der Wirtschaft? Wenn unsere Antwort so etwas wie „Einkommen generieren, mit denen Menschen Dinge kaufen können“ lautet, verstehen wir das falsch – Geld ist nicht das ultimative Ziel. Es ist nur ein Mittel zum Zweck, nämlich die Verbesserung der Lebensqualität. Und haben wir unsere Lebensqualität tatsächlich verbessert?

In diesem Zusammenhang kommt mir eine Äußerung von Sitting Bull, dem Häuptling der Hunkpapa-Lakota-Sioux in den Sinn „the love of possession is a disease with them. These people have made many rules that the rich may break but the poor may not.“ Es gibt uralte Weisheiten, die im antiken Griechenland wie bei indigenen Völkern bekannt waren. Wir haben sie immer wieder über den Haufen geworfen, in den letzten Jahrzehnten in einem unglaublichen Tempo. Das ist der Elefant im Raum, den die meisten nicht sehen wollen. Wenn wir nach der Corona Krise zu dem Verhalten der Jahre zuvor zurückkehren, werden wir durch Klima-Krise und zukünftiger Pandemien brutal daran erinnert werden: Geld kann man nicht essen!

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