Weihnachten, Lesbos und unsere Werte, Irgendwas passt da nicht zusammen

In wenigen Tage feiern wir die Geburt dessen. der uns das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter erzählt hat. Im überwiegend christlich geprägtem Europa vor allem ein Familienfest, bei dem man es sich gut gehen lässt, gutes Essen und Trinken genießt, Geschenke austauscht, das alles vielleicht abgerundet durch einem Gottesdienstbesuch, der oft traditionell dazu gehört. Aber dieses Jahr wird es auf Grund von Corona nicht ganz so sein, wie man es gewohnt ist. Der Gottesdienstbesuch könnte problematisch sein wegen der Infektionsgefahr, man muss sich überlegen wieviel Leute man überhaupt einladen sollte, ein Restaurantbesuch kann man wegen des Lockdowns ganz vergessen und beim Einkauf der Weihnachtsgeschenke, gab es auch jede Menge ungewohnte Einschränkungen. Alles schlimm, oder ?

Aber am Rande Europas da gibt es griechische Inseln, da werden Babys in nassen Zelten von Ratten gebissen. Hygienische Zustände und ärztliche Versorgung sind katastrophal. Frauen, die auf der Flucht vergewaltigt wurden, sitzen auf nacktem Boden und warten auf die Geburt ihrer Kinder. Es gibt viele schlimme Flüchtlingscamps auf der Welt, aber nirgendwo herrschen so schlimme Zustände wie auf Lesbos. (Gerd Müller, Bundesentwicklungsmister).

Wir reden oft von unseren Werten. Für den einen sind es vor allem christliche Werte, für den anderen humanistische Werte der Aufklärung. Egal ob wir uns auf christliche Nächstenliebe oder auf die Fraternité beziehen, ob wir sagen, „Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.“ ( Matthäus 23.8 ) oder auf die Erklärung der Menschenrechte der UN beziehen „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen sich zueinander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen“, diese Werte werden auf Lesbos mit Füßen getreten.

Wenn sich jemand als Verteidiger des Abendlandes oder christlicher Werte aufspielt und nicht gleichzeitig seine Stimme erhebt und alles tut, dass das Leiden auf Lesbos beendet wird, so gilt für den: “ So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz“ (Matthäus 23.28). Klagen wir ein bisschen weniger über die Einschränkungen, die uns zu Weihnachten belasten und setzen wir uns mehr dafür ein, dass Lesbos, die Schande Europas, nicht in dieser Form weitergeht. In diesem Sinne wünsche ich allen ein friedliches, angenehmes und besinnliches Weihnachtsfest.

2 Gedanken zu “Weihnachten, Lesbos und unsere Werte, Irgendwas passt da nicht zusammen

  1. Begabungen gehen verschütt, wenn sie nicht gefördert werden. So auch Vernunft und Gewissen, die in unserer Zeit viel zu kurz kommen. Wenn ich heute das Verhalten so einiger lautstarker Menschen wahrnehme, frage ich mich, wie es so weit kommen konnte.

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