Slava Ukrajini 

Die Parole „Slava Ukrajini“ ( Ruhm der Ukraine ) wurde erstmals 1840 von dem Nationaldichter Taras Schewtschenko in seinem Gedicht „Für Osnowajenko“ verwandt. Es war ungefähr zu gleichen Zeit, wo Hoffmann von Fallersleben das „Lied der Deutschen“ schrieb. Überall in Europa entstanden Nationalbewegungen, so auch in der Ukraine. Man besann sich auf seine eigene Geschichte. Der Begriff Ukraina war erstmals 1187 in der Hypatiuschronik erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten gab es ukrainische Staaten in verschiedenen Ausdehnungen. Im Zuge der polnischen Teilungen Ende des 18. Jahrhunderts wurde das heutige Gebiet der Ukraine aufgeteilt zwischen dem zaristischen Russland und der Habsburger Monarchie, die die westliche Teile davon bekam. Bis zum 1. Weltkrieg stand der Großteil der Ukraine fest unter russisch-zaristischer Herrschaft.

Im 1. Weltkrieg unterstützte Deutschland ukrainische Nationalbewegungen als Mittel zu Schwächung Russlands. 1917 sah man in der Ukraine Chancen für einen eigenen Staat. Im Januar 1918 gab es Wahlen zu einer Verfassungsgebenden Versammlung der Ukraine. Aber schon im Februar eroberten die Bolschewiki Kiew, während die Mittelmächte den westlichen Teil der Ukraine besetzten. 1919 gründeten die Bolschewiki die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik, die 1922 offiziell Teil der Sowjetunion wurde.

Unter Stalin wurde in den folgenden Jahren die Industrialisierung und die Kollektivierung der Landwirtschaft betrieben. Ein bestimmter Prozentsatz der Ernte musste an den sozialistischen Staat abgeführt werden. Dieser Satz wurde von Jahr zu Jahr erhöht. Gerade unter den Bauern der Ukraine gab es erheblichen Widerstand gegen diese Politik, man versuchte einen Teil der eigenen Erträge zu verstecken. Stalin hielt dagegen durch Beschlagnahme-Aktionen und drastische Repressionen. Lange Haftstrafe und Todesurteile ( die teils sogar bei Kindern vollstreckt wurden ) waren an der Tagesordnung. Folge war eine riesige Hungersnot, die von Moskau bewusst verstärkt wurde mit dem Ziel, die Bevölkerung zu disziplinieren. Dies ging als Holodomor in die Geschichte ein. Schätzungen über die Zahl der Todesopfer schwanken zwischen 3,5 und 5 Millionen. Ende 1932 war es Stalin gelungen so die sowjetische Herrschaft zu festigen.

Wen wundert es, als 1941 Hitlers Wehrmacht in die Sowjetunion einmarschierte, hatten viele Ukrainer die Hoffnung, es kämen Bündnispartner gegen die Unterdrückung aus Moskau. Von ukrainischen Nationalisten wurde bald ein eigenständiger ukrainischer Staat proklamiert. Aber sie hatten sich in Hitler getäuscht. Er hatte ganz andere Pläne mit der Ukraine, auch die Tatsache, dass ein Teil der Nationalisten der Nazi Ideologie durchaus nahe standen, interessierte ihn nicht. Deren Führer wurden verhaftet und kamen in KZs nach Deutschland. Das Land wurde von einem „Reichskommissariat Ukraine“ auf brutalste Weise unterdrückt. Es tobte ein langer Partisanenkrieg, der sich sowohl gegen die deutsche Besatzung als auch gegen die Sowjet Herrschaft richtete. Es dauerte bis 1947, dass nach dem Rückzug der Deutschen der sowjetische Repressionsapparat die Situation wieder voll im Griff hatte.

Als 1990 der Zerfall der Sowjetunion begann, wurde in Kiew eine Souveränitätserklärung beschlossen, die die Gesetze der Ukraine grundsätzlich über die der Sowjetunion stellten. Im gleichen Jahr, 3 Tage nach dem gescheiterten August-Putsch in Moskau wurde der Austritt aus der Sowjetunion beschlossen. Die Unabhängigkeit wurde durch ein Referendum mit 90,3% der Stimmen bestätigt. Mit der Unabhängigkeit wurde die Ukraine zur 3. größten Atommacht der Welt. Es war aber im Interesse der Großmächte die Zahl der Amtommächte zu begrenzen. So kam es zu folgender Vereinbarung: Das Budapester Memorandum besagte, alle Nuklearwaffen auf dem Staatsgebiet der Ukraine werden an Russland abgegeben oder vernichtet. Im Gegenzug erhielt die Ukraine (ebenso wie Belarus und Kasachstan) die Garantie für ihre Souveränität und die Unversehrtheit ihres Staatsgebietes. Diese Vereinbarung wurden unterzeichnet von Russland, der USA und dem UK. Zusätzlich wurden die bestehenden Grenzen zwischen Russland und der Ukraine noch einmal durch den russisch-ukrainischen Freundschaftsvertrag vom 31. Mai 1997 festgeschrieben.

In den Folgejahren gab es verschiedene Regierungen in der Ukraine, die teilweise eine stärkere Westbindung, teilweise aber auch eine stärkere Anbindung an Russland anstrebten. Seit 2010 war Janukowytsch Präsident der Ukraine, der eine Russland nahe Politik verfolgte. Während der Fußball-Europameisterschaft 1992 kam es bereits zu ersten Protesten wegen Willkürjustiz und Inhaftierungen von Oppositionspolitikern. Ab November 2013 weiteten sich die Proteste aus, die zunächst unter dem Begriff „Euromaidan“ bekannt wurden. Trotz harten Vorgehens ( ca 100 Tote) wurde der Polizeiapparat von Janukowytsch nicht Herr der Proteste. Da er um seine persönliche Sicherheit fürchtete, flüchtete er nach Russland. Er wurde vom Parlament abgesetzt, das dann eine Übergangsregierung einsetzte. Putin reagierte darauf mit der Annektion der Krim ( wobei alle bestehenden Verträge gebrochen wurden) und er ließ Freischärler in die Ost-Ukraine einsickern, die er auch mit schweren Waffen unterstützte. Im Juli 2014 berichtete der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte von einem totalen Zusammenbruch von Recht und Ordnung in diesen Gebieten. Dort wurden die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk gegründet, die bis heute ( mit Ausnahme von Russland und Syrien ) nirgendwo international anerkannt sind.

Durch die Minsker Abkommen 2014/15, die von der Ukraine, Russland, Deutschland und Frankreich ausgehandelt wurden, sollte versucht werden, sowohl ein Waffenstillstand zu erreichen als auch eine langfristige Lösung des Gesamtkonflikts zu finden. Ein erster Schritt sollte sein, dass beide Seiten schwere Waffen von der Waffenstillstandslinie abziehen und eine Pufferzone bilden. Stattdessen kam es zu einer 4stelligen Zahl von schweren Verletzungen der Feuerpause. Ein UN Beobachter registrierte zB an einem einzigen Tag 236 Explosionen. Beide Seiten verstärkten ihre Militärpräsenz.

Einen Partnerschaftsvertrag zwischen der Ukraine und der NATO gibt es seit 1997. Dabei verpflichte sich die Ukraine grundsätzlich an Einsätzen mit Mandat des UN Sicherheitsrates oder des OSZE gemeinsam mit der NATO teilzunehmen, außerdem sind im Rahmen dieser Charta gemeinsame militärische Ausbildungen möglich. Während der Krim Krise beschloss die NATO ihre Kontakte mit der Ukraine zu intensivieren. Seit 2018 erkennt die NATO offiziell an, dass die Ukraine eine Mitgliedschaft anstrebt. Konkrete Schritte oder Zeitpläne wurden in diesem Zusammenhang aber nicht vereinbart. Absicht von Seiten der NATO war offensichtlich, Russland nicht zu provozieren. Es wird allgemein vermutet, dass gerade Deutschland bei dieser eher bremsenden Haltung der NATO eine wichtige Rolle spielte.

Seit Anfang 2022 wurde von westlichen Aufklärungssystemen immer stärkere russische Truppen Konzentrationen an der Grenze der Ukraine beobachtet. Im Februar 2022 erklärte Putin den Minsker Friedensprozess für endgültig gescheitert und erkannte die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk auch offiziell an. Am 24. Februar 2022 marschieren russische Truppen in der Ukraine ein und beginnen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.

Es gab Experten, die auf Grund des wesentlich größeren Militärpotentials einen russischen Sieg innerhalb weniger Tage voraussagten. Stattdessen dauert der Krieg jetzt fast drei Monate und ein Ende ist nicht abzusehen. Zahlreiche Kriegsverbrechen der russischen Seite sind offiziell dokumentiert, entscheidende Fortschritte konnte Russland aber nicht erreichen. Zu den Gründen zählt, das russische Militär ist bei weitem nicht so gut aufgestellt wie manche meinten, die Kampfkraft und die Motivation der ukrainischen Kämpfer ist bewundernswert groß und die meisten westlichen Staaten leisteten – anders als von Putin erwartet – wesentliche Unterstützung durch Militärhilfen für die Ukraine und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Die Ukraine hat Chancen diesen Krieg zu gewinnen und sie muss ihn gewinnen.

SOLIDARITÄT MIT DER UKRAINE !

Ein Gedanke zu “Slava Ukrajini 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.