Wollen wir die Gefahr eines 3. Weltkriegs verringern? Dann müssen wir der Ukraine mit allen Mitteln helfen !

Am 1. September 1939 überfiel Hitler-Deutschland Polen. Dies war der Beginn des 2. Weltkrieges in Europa, der sich mit dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 und den Überfall Japans auf Pearl Harbor im Dezember 1941 zum größten Krieg in der bisherigen Geschichte der Menschheit ausweitete. Unsagbares Leid und Zerstörung, die Zahl der Todesopfer kann nur geschätzt werden. Wenn man alle Opferzahlen zusammenrechnet, kommt man mit Sicherheit auf mehr als 60 Millionen.

Nie wieder Krieg, war eine Forderung, der sich nach dieser Katastrophe jeder gern anschloss. Die Realität sah allerdings anders aus. 242 Kriege fanden seitdem statt, davon 170 als innerstaatlich zu klassifizieren, bleiben mehr als 70 Kriege, an denen mehrere Länder direkt beteiligt waren. Was aber in den letzten 77 Jahren vermieden werden konnte, war allerdings eine direkte militärische Konfrontation der Großmächte. So haben wir uns daran gewöhnt, Kriege als unvermeidbar hinzunehmen, sind uns allerdings bisher ziemlich sicher gewesen, einen 3. Welkrieg wird es nicht mehr geben. So haben die Menschen in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg allerdings auch gedacht. Mehr als 9 Millionen gefallene Soldaten und eine vermutlich ähnlich große Opferzahl durch Hunger und Krankheiten. Das musste doch jeden zur Vernunft bringen. Allerdings hielt die „Vernunft“ nur 21 Jahre an. Diesmal haben wir mehr als die dreifache Zeit ohne Weltkrieg erleben dürfen. Hat man also doch aus der Geschichte gelernt?

Der Hauptfehler der Westmächte in den dreißiger Jahren, dass sie die Dimension der Gefahr nicht erkannten, weil sie die Aggressivität und Gefährlichkeit der Gegner unterschätzten. Sie gingen davon aus, auf der Gegenseite Leute zu haben, die im Grunde ähnlich waren, wie sie selbst, bei denen man auf common sense setzen konnte. Chamberlain im UK glaubte, die „Tauben“ unter den Nazis ( zu denen zählte er übrigens Göring und Goebbels ) durch Zugeständnisse stärken zu können und so Deutschland zu einer friedlicheren Politik bewegen zu können. Eines seiner wichtigsten Ziele war ein kollektives, vertraglich vereinbartes Sicherheitssystem der europäischen Staaten, das dann den Frieden garantieren würde. Roosevelt erkannte zwar schon 1937, dass man es mit sehr gefährlichen Staaten zu tun hatte. Er forderte in einer Rede im Oktober 37, Deutschland, Italien und Japan unter politische „Quarantäne“ zu stellen und hoffte so die Gefahr eindämmen zu können. Daladier in Frankreich war häufig von der Duldung oder Unterstützung wechselnder politischer Lager abhängig, wenn es außenpolitisch Ernst wurde, schloss er sich meist der britischen Regierung an. Solche Haltungen sahen Hitler und auch die japanische Führung eher als Zeichen der Schwäche, gingen immer weiter, bis letztendlich – wenn man die Aggressoren nicht grenzenlos gewähren lassen wollte – der 2. Weltkrieg unvermeidlich wurde.

Und heute? Wir haben es zu tun mit Putin in Russland, für den der Zerfall des Sowjet-Imperiums die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts war und der offensichtlich bereit ist, alles zu tun, um diese Katastrophe Schritt für Schritt rückgängig zu machen. Wir haben es zu tun mit der klerikalen Führung des Iran welche eine Aussenpolitik verfolgt, die den Machtanspruch des radikalschiitischen Islam mit Antiimperialismus und Führerschaft in der Dritten Welt verbindet. Wir haben es zu tun mit China, das offensichtlich eine langfristige Strategie verfolgt seinen Einfluss nicht nur in Asien, sondern auch in Afrika und Lateinamerika auszuweiten, und dabei internationale Normen so zu beeinflussen, dass sie kompatibel mit den eigenen autoritären Vorstellungen werden. China wird aber jede Gelegenheit benutzen, US oder europäischen Einfluss in Asien zurückzudrängen. Als wichtiger erster Schritt wird auf jeden Fall die -notfalls gewaltsame- Einverleibung Taiwans angesehen.

In dieser hochbrisanten weltpolitischen Situation spielt Russland offensichtlich die Speerspitze der Kräfte, die auf jeden Fall nicht zulassen wollen, dass Völker sich in souveräner Entscheidung einer freiheitlich westlichen Lebensform zuwenden. China beobachtet mit Sicherheit den Ausgang in der Ukraine genau. Wenn es auch nur zu einem wesentlichen Teilerfolg Putins kommt, wird das Peking zu einer aggressiven Vorgehensweise in der Taiwan Frage ermutigen. Was der Iran mit der Rückendeckung Putins alles versuchen könnte, stelle ich mir lieber nicht im Einzelnen vor. Die historische Erfahrung lehrt uns, je länger man wartet, Leute wie Putin oder Hitler mit allen zur Verfügung stehenden Kräften wirksam zu stoppen, umso mehr wächst die Gefahr sich weltweit ausweitender Kriege. Deshalb: Stoppt Putins Aggression jetzt ! Slawa Ukrajini !

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