Volksdemokratie – Wir sind das Volk – die gleiche Denkweise

Volksdemokratie (auch Volksrepublik) ist bzw. war die Selbstbezeichnung vieler kommunistischer politischer Systeme , die nach Ende des 2. Weltkriegs entstanden sind, zB in der DDR. Natürlich handelte es sich nicht um Demokratien sondern um Diktaturen. Zugrunde liegt marxistische Ideologie, die von einem eingeschränkten Volksbegriff ausgeht. Das Volk ist natürlich nur die Arbeiterklasse und diese – wenn sie den Kapitalismus beseitigt hat – wird, bis endlich der paradiesische Endzustand eintritt, eine Diktatur ausüben, die Diktatur des Proletariats. Dabei wird das Proletariat selbstverständlich von der Partei der Arbeiterklasse geführt und vertreten. Hinter der Bezeichnung Volk und Demokratie versteckt sich also eindeutig eine Diktatur einer bestimmten Gruppe.

„Wir sind das Volk“, diese Parole hat man in den letzten Jahren auf rechtsextremen Demonstrationen oft gehört. Damit versucht man vorzugauckeln, in der Tradition der demokratischen Proteste gegen das DDR Regime zu stehen. Ein entscheidender Unterschied wird dabei unterschlagen, in der DDR gab es keine freien und geheimen Wahlen. Diese gibt es heute und der Wille des Volkes wird in freien und geheimen Wahlen ermittelt. Wenn also unter den Bedingungen der freiheitlichen Demokratie eine Gruppe auf die Straße geht – was ihr gutes Recht ist – kann sie niemals behaupten, sie sei das Volk, selbst wenn sie anschließend bei freien und geheimen Wahlen 51% der Stimmen bekäme, wäre sie bestenfalls die Mehrheit des Volkes. Aber davon sind diese Schreihälse weit entfernt. Es bleibt also festzuhalten, ähnlich wie die SED es zu DDR Zeiten gemacht hat, wird von dieser Gruppe ein eingeschränkter Volksbegriff verwandt. Der Unterschied ist nur, die Einschränkung wird nicht mehr von der Klassenzugehörigkeit sondern von der Abstammung, als seit Generationen in Deutschland lebend, abhängig gemacht. Und die Volksherrschaft um die es gehen soll, wird dann natürlich, wenn es soweit ist, von der Avantgarde der völkischen Bewegung ausgeübt. Mit anderen Worten gesagt also, zurück in die DRR, nur unter anderem Vorzeichen.

Das Volk, das sind wir alle. Dazu gehören Arbeiter und Angestellte, Rentner, Studenten und Unternehmer. Dazu gehören Atheisten, Christen, Juden und Muslime. Dazu gehören Menschen mit den unterschiedlichsten weltanschaulichen Überzeugungen. Dazu gehören Geringverdiener wie Gutverdienende. Aus dieser Tatsache ergibt sich natürlich, dass sehr unterschiedliche Interessen und auch Vorstellungen, wie das Land zu regieren sei, existieren. Kompromisse sind notwendig. Dazu gibt es Parteien, freie Wahlen und Parlamente. Das ist ein Prozess der manchmal kompliziert und langwierig ist und die Ergebnisse entsprechen am Ende nicht immer den Vorstellungen des Einzelnen. Aber das Ganze ist unsere freiheitlich demokratische Ordnung.

Diese gilt es zu verteidigen gegen alle Kräfte, die dieses System, unsere Demokratie, verächtlich machen wollen und angreifen!

Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber

Hinter der Trommel her
Trotten die Kälber                                 
Das Fell für die Trommel                          
Liefern sie selber.
Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen.     
Das Kalb marschiert. In ruhig festem Tritt.         
Die Kälber, deren Blut im Schlachthaus schon geflossen
Marschiern im Geist in seinen Reihen mit.

Es gibt Bilder und Ereignisse, die hätte ich mir im Nachkriegs-Deutschland, mehr als 70 Jahre nachdem Deutschland in Trümmern lag, kaum vorstellen können. Vielleicht bin ich ein zu großer Optimist und glaube zu sehr an die Lernfähigkeit des Menschen. Vor etwas mehr als 90 Jahren begann es so:

Nach dem gescheiterten Hitler/Ludendorff Putsch verfolgten die Nazis eine Taktik der Legalität. Nicht durch einen gewaltsamen Umsturz sollte die Republik beseitigt werden, sondern durch Teilnahme an Wahlen. Sie blieben natürlich gleichzeitig eine Bewegungspartei, die auch auf Terror setzte. Und sie ließen nicht nach, immer wieder vorhandene rassistische Vorurteile zu schüren und den Deutschen vor zu machen, wenn endlich ein sauberes von Fremdeinflüssen befreites Deutschland da wäre, würde zwangsläufig alles besser. Die Partei hatte Zulauf, der Erfolg bei Wahlen blieb aber vorläufig gering.

Das änderte sich sehr schnell, als durch die Weltwirtschaftskrise alles ins Wanken kam. Demokratische Mehrheiten kamen im Reichstag nicht mehr zustande. Unter diesen Bedingungen fanden antikapitalistische, antiliberale und vor allem auch widerlich rassistisch-antisemitische Propaganda immer besseren Nährboden. Die Großindustriellen mochten Hitler nicht, aber sie kamen bald zu der Überzeugung, er sei der Richtige, um mit der linken Gefahr aufzuräumen. Deshalb begannen sie Hitler zu finanzieren. Weiterhin kam es schon im Januar 1930 in Thüringen zur Baum-Frick Regierung, der ersten Landesregierung unter Beteilung der Nazis. Sie hielt nur 15 Monate, aber es war der erste Schritt, Nazis koalitionsfähig zu machen. Nebenbei hatte der spätere Reichsinnenminister und Kriegsverbrecher Wilhelm Frick hier eine hervorragende Gelegenheit, zu üben, wie er später den Staatsapparat säubern und mit Oppositionellen umgehen konnte.

Die Entwicklung der nächsten Jahre ist bekannt. Im Januar 1933 kam es zur legalen Machtergreifung der Nazis, innerhalb weniger Monate wurde die Demokratie beseitigt. Wenige Jahre später führte, die jetzt angefangene aggressive nationalistische Politik Deutschland und die Welt in den Krieg.

Mehr als 40 Millionen Tote in Europa waren das Ergebnis. Große Teile Europas und auch Deutschland lagen in Trümmern. Kann so etwas im historischen Gedächtnis eines Volkes ausgelöscht werden? Ist eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad möglich? Kann in diesem Deutschland wieder Nazi-verwandtes völkisches Gedankengut sich breitmachen? Ist es möglich, dass Leute, die sich selbst Konservative nennen, Faschisten wieder für koalitionsfähig halten?

Die Frage ist: Wer hat die Verantwortung, die Menschenrechte zu wahren und die Wiederholung der Geschichte zu verhindern ? Die Antwort : Wir alle !

       

Die Guten, die Bösen und die Flüchtlinge, vielleicht sind wir alle nur : Der Gute Mensch von Sezuan

Flüchtlinge und Migranten aller Art suchen den Weg nach Europa um Kriegen oder Verfolgung zu entkommen oder einfach nur, weil sie ein lebenswertes Leben führen möchten. Manchmal belächelte Gutmenschen und sogenannte Realisten streiten, wie mit den Hilfe Suchenden umzugehen sei. Dahinter steht letztendlich die Frage, kann man gut sein in einer Welt, die so aussieht, dass sie Profitstreben und Rücksichtlosigkeit belohnt und menschliches Handeln naiv aussehen lässt? Dabei muss ich oft an Brechts Parabel „Der Gute Mensch von Sezuan“ denken.

3 Götter kommen undercover nach Sezuan, sie finden nur böse und hartherzige Menschen, mit Ausnahme der Prostituierten Shen Teh. Sie wird belohnt mit einem Geldbetrag von dem sie sich einen kleinen Tabakladen kaufen kann und mit moralischen Ermahnungen zurückgelassen. Allerdings scheint Shen Te zu gutmütig für diese Welt zu sein, sie wird von Schmarotzern aller Art ausgenutzt. Schließlich steht sie schwanger, allein gelassen und fast ruiniert da. Dann tritt ihr angeblicher Vetter Shui Ta auf. Mit Härte und Rücksichtslosigkeit löst er alle Probleme. Mit ausbeuterischen Methoden baut er sogar eine florierende Tabakfabrik auf. Doch die Menschen vermissen Shen Te, die auf einmal verschwunden ist und Shui Ta wird verdächtigt sie ermordet zu haben. Erst im Prozess offenbart Shen Te, dass dieser nur ihr alter Ego ist, das sie brauchte, um in dieser Welt nicht unterzugehen.

Zurück zur Migrationsproblematik. Als 2015 eine große Flüchtlingswelle nach Europa kam, war die Hilfsbereitschaft bewundernswert groß und zum Teil ist sie das immer noch. Gleichzeitig war aber klar, dass die Aufnahmefähigkeit nicht unbegrenzt sein kann. Auch war und ist absehbar, dass die Zahl derer die aus verschiedensten Gründen Aufnahme in Europa suchen, wesentlich größer ist, als auf Dauer verkraftbar ist. Ebenso ist natürlich eine Tatsache, dass auf diesem Wege nicht nur Leute kommen, die kurz vor der Heiligsprechung stehen. In dieser Situation suchten sich die Politiker Europas ihre Shui Tas. Es sind Leute wie Erdogan, die an der türkisch-syrischen Grenze vor allem im Eigeninteresse agieren, lybische Küstenwachen, die Menschenrechte mit Füßen treten und manche andere. Hauptsache, die Orte, wo das geschieht, sind weit genug weg und die Bilder dazu erscheinen nicht dauernd in den Nachrichten. Von widerlichen Nebenerscheinungen, der unkoordinierten europäischen Migrationspolitik will ich an dieser Stelle gar nicht reden, zB einem Salvini, der auch die Wenigen, die noch auf dem Seeweg in die Nähe Europas kommen zum Anlass nimmt, sich vor einer rassistischen Anhängerschaft zu profilieren. Das Hauptproblem ist, dass Europa offensichtlich nicht in der Lage ist, aus eigenen Kräften und auf humanitäre Art eine Begrenzung und Regulierung der Migrationsströme zu erreichen.

Ein noch größeres Problem ist, die bisherige Unfähigkeit etwas an den Migrationsursachen zu ändern. „Viel zu lange hat Europa den afrikanischen Kontinent mit ausgebeutet. Wir Europäer haben wertvolle Ressourcen zu Niedrigstpreisen bekommen und den Arbeitskräften Sklavenlöhne gezahlt. Auch auf dieser Ausbeutung gründen wir in Europa unseren Wohlstand. Nun wundern wir uns, wenn die Menschen in Afrika keine Chancen mehr für sich sehen und zu uns kommen wollen“ (Gerd Müller, CSU). Wir telefonieren mit Handys, die ohne unter ausbeuterischen Bedingungen in Afrika gewonnen Rohstoffen nicht funktionieren würden, wir konsumieren günstig eingekaufte Schokolade, wobei 2 Cent im Anbauland verbleiben u.v.m. Afrika ist ein sehr reicher Kontinent, was die Rohstoffe angeht: Davon profitiert dank einer jahrzehntelang gut eingespielten Ausbeutungsmaschine neben einer kleinen korrupten Oberschicht Vorort vor allem Europa.

Die Reiche des kolonialen Europa und die Supermächte des Kalten Krieges haben einer neuen Form der Herrschaft über den Kontinent Platz gemacht, den die Welt als seine Mine benutzt – neuen Imperien, die nicht von Nationalstaaten kontrolliert werden sondern von Allianzen zwischen afrikanischen Herrschern, die niemandem Rechenschaft schuldig sind und durch Schattenstaaten regieren, Mittelsmännern, die diese Potentaten mit der weltweiten Rohstoffwirtschaft verbinden, und multinationalen Konzernen aus Westen und Osten, die ihre korrupten Machenschaften hinter dem Unternehmensgeheimnis verbergen.

  • Nun stehen wir da wie der Zuschauer am Ende von Brechts Parabel. Eine Lösung bietet sich kaum an:
  • Akzeptieren, die Welt ist halt schlecht, und erfolgreich können nur die Selbstsüchtigen und Rücksichtlosen sein?
  • Alle bestehenden Strukturen bekämpfen und hoffen, dass aus den Trümmern der alten Gesellschaft eine bessere Welt entsteht?
  • Oder vielleicht doch hoffen, irgendwie einen Mittelweg zu finden, wie wir in den Menschen in Afrika helfen können, realistische Perspektiven für eine bessere Zukunft aufzubauen?
  • Mir fällt nur ein die Schlussworte Brechts zu zitieren
  • „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
    Den Vorhang zu und alle Fragen offen.
    Soll es ein andrer Mensch sein? Oder eine andere Welt?
    Vielleicht nur andere Götter? Oder keine?
  • Am Besten, Sie selber dächten auf der Stelle nach
    Auf welche Weis dem guten Menschen man
    Zu einem guten Ende helfen kann.
    Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss!
    Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss!“

Dolchstoßlegende: Merkel hat Land und ihre Partei nach links gerückt und so einen Niedergang verursacht

Rechtsextreme lieben Dolchstoßlegenden. Sie wissen – auch wenn sie total erlogen sind – oft genug wiederholt, kann man damit eine politische Wirkung erzielen. So machten es Rechtsextreme in der Weimarer Zeit, als sie behaupteten, die „im Felde ungeschlagene“ glorreiche deutsche Wehrmacht, sei nur durch einen linksextremen „Dolchstoß in den Rücken der kämpfenden Truppe“ im ersten Weltkrieg besiegt worden. Richtig ist stattdessen: Die Führung der deutschen Wehrmacht war in ihrer maßlosen Selbstüberschätzung viel vorher gescheitert. Der Schlieffen-Plan sah vor, Frankreich unter der Verletzung der belgischen Neutralität schnell zu überrennen – wobei man davon ausging Großbritannien würde protestieren aber sich neutral verhalten – und nach dem schnellen Sieg im Westen sich auf einen erfolgreichen Ostfeldzug zu konzentrieren. Wir wissen aus der Geschichte, dass dies in einem mörderischen Desaster endete. Aber bereits in den 1920er Jahren wurden diese Tatsachen geleugnet und für die Niederlage hinterhältige linke Kräfte verantwortlich gemacht.

Heute erleben wir, dass neue Dolchstoßlegenden verbreitet werden. Eine der häufigsten ist die in der Überschrift wiedergegebene Falschbehauptung. Weder Deutschland noch die CDU haben sich in den letzten Jahren nach links bewegt. Tatsache ist vielmehr, dass rechtsextreme und völkische Parolen, die vor 10, 20 oder 30 Jahren höchstens an Bier-seligen Stammtischen Verbreitung fanden, heute teilweise durchaus salonfähig geworden sind.

Schauen wir uns doch einfach mal die Tatsachen an. Von den 5 Jahren mit den meisten Asylanträgen seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland liegen 3 in den 1990er Jahren in der Regierungszeit Kohl und 2 in der Regierungszeit Merkel ( 2015+2016). Damals wie heute wurden anschließend verschiedene Maßnahmen ergriffen, – über die man natürlich unterschiedlicher Meinung sein kann – die zu einem deutlichen Rückgang der Zahlen führten.

Von vielen, die sich als national-konservativ verstehen, wird eine teilweise Aufgabe deutscher Souveränität zu Gunsten europäischer Institutionen beklagt. Meiner Meinung nach ist diese Entwicklung – trotz einiger handwerklicher Fehler dabei – grundsätzlich richtig. Aber wie man auch immer dazu steht, Tatsache ist, nichts davon wurde in der Regierungszeit Merkel eingeleitet. Das Schengener Abkommen wurde 1985 unterzeichnet, das Durchführungsabkommen dazu 1990 und es wurde am 01.09.1993 in Kraft gesetzt. Der Vertrag von Maastricht, der die Grundlage der Euro Einführung bildet, wurde 1992 unterzeichnet und der Euro am 01.01.1999 als Buchgeld und am 01.01.2002 als Bargeld eingeführt. Der durchaus problematische Beitritt Griechenlands fand am 01.01.2001 statt.

Zu dem was in der Regierungszeit Merkel stattfand und von einigen offensichtlich als links empfunden wird gehört die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht am 01.07.2011, ( ähnlich wie in den meisten anderen westlichen Ländern wohl der technischen Entwicklung geschuldet). Weiterhin die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns (01.01.2015 ), relativ spät im europäischen Vergleich und im Koalitionsvertag von 2013 von der SPD durchgesetzt. Und nicht zu vergessen die Einführung der Ehe für alle am 01.10.2017 ( meiner Meinung nach längst überfällig). Merkels Beitrag dazu war, dass sie die Abstimmung im Bundestags freigab und so 75 Unionsabgeordneten im Bundestag die Möglichkeit gab mit dafür zu stimmen, so dass ein Gesetz zu Stande kam, das knapp 80% Zustimmung in der Bevölkerung fand.

Ja und dann war da noch die Flüchtlingskrise 2015. Ich erspare es mir auf den unverantwortlichen Unfug einzugehen, den einige Leute mit Begriffen wie „Herrschaft des Unrechts“ in die Welt gesetzt haben. Ich verweise in diesem Zusammenhang nur auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus Juli 2017, wo klar festgehalten wurde, die Bundesregierung handelte 2015 nicht illegal, als sie die in Ungarn festsitzenden Flüchtlinge in Deutschland aufnahm. Meine Kritik an der Bundesregierung geht in erster Linie von der Tatsache aus, dass in den Jahren 2011-2015 die Entwicklung nicht vorausgesehen wurde und rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet wurden. Aber mangelnde Voraussicht ist sicher kein Linksruck. Und ich gestattete mir die Bemerkung, gerade die rechtslastigen Kritiker hätten in den Jahren 2011-2014 Zeter und Mordio geschrien, wenn damals Milliarden mehr für Flüchtlingshilfe vor Ort ausgegeben worden wäre.

Linksruck gab es nicht. Und hat Deutschland innerhalb der letzten 14 Jahre Schaden genommen? Schauen wir uns einmal in der Welt um und die Frage ist beantwortet. Und die Union? Zu einem verweise ich auf den allgemeinen Abwärtstrend aller Volksparteien in Europa, in diesem Zusammenhang sieht die CDU gar nicht mal so schlecht aus. Und vergleichen wir es mal mit Helmut Kohl: zu Beginn der Ära Kohl in der CDU lag die Union bei 48,6% am Ende bei 35,2%, noch Fragen?

Es liegt mir fern, eine Laudatio auf Angela Merkel zu halten, an anderer Stelle hätte ich genug Kritik zu äußern und für eine allgemeine Würdigung der Ära Merkel ist es bestimmt noch zu früh. Ich will nur frechen Lügen oder unbedacht ausgesprochenen Falschaussagen entschieden entgegen treten. Einen Linksruck hat es nicht gegeben, stattdessen werden Legenden verbreitet, die einen Rechtsruck begründen sollen, am besten noch unter Einbeziehung der AFD oder vielleicht in der Illusion, wenn man das Rad der Geschichte 30-35 Jahre zurückdreht, dann verschwindet der Rechtsextremismus von selbst. Alles Unfug! Wir müssen uns den Aufgaben von heute stellen und mit demokratischem Engagement und Zuversicht ans Werk gehen!

Funke| AfD – Gefährlicher als die NPD|JEDE AfD-Stimme ist verschenkt! Hintergrundinformation zu den Landtagswahlen

Sie AFD auf dem Weg zu einer neonationalsozialistischen Bewegungspartei. Zur Wahl in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Prof. Dr. Hajo Funke

Hajo Funke

Die AfD – Gefährlicher als die NPD

Auf dem Weg zu einer neonationalsozialistischen Bewegungspartei. Zur Wahl in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

in diesem Brief will ich Sie vor der Wahl der AfD in den kommenden Wahlen in Brandenburg, Sachsen und Ende Oktober in Thüringen warnen. Ich habe in den letzten Wochen in allen drei Ländern viele Gespräche auch mit möglichen AfD-Wählern geführt. Und bin, kaum verwunderlich, auf eine oft große Distanz zu den demokratischen Parteien gestoßen. Die Wut und die Enttäuschung über abgehängte Regionen wie über die Brutalität der Treuhandentscheidung vor über 20 Jahren, die ich in diesen Gesprächen erfahren habe, haben sich tief eingegraben. Sie brauchen Verständnis und Antworten. Immerhin, spät, hat die Bundesregierung erkannt, dass sie die abgehängten Regionen in Ost wie West mit dem Einsatz von Bussen, Ärzten, für mehr Bildung und Jobs ganz anders als bisher unterstützen muss. Ein Teil…

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On The Brink of an Iran War

105 years ago WWI began. Five highly armed powers faced each other in Europe at the time, and one spark was enough to trigger a long and terrible war. Today five militarily well-equipped countries are engaged in the Middle East: Iran, Israel, USA, Turkey and Russia in the background. In a military sense, you can forget about Saudi Arabia and Europe, with the exception of the UK. As long as Boris Johnson is PM, he will have no choice but to be a loyal vassal of Trump. Every spark can be enough and the whole Middle East from Suez to the Hindu Kush is put into a conflagration. It would be an assymetric war that nobody can win.

People as Bolton and Pompeo want a regime change in Teheran. You never reach a regime change with sanctions. Trump may be so naiv to think so. But the people around him know better. They seem to have a similar blueprint in mind as before the Iraq war. Regime change in Baghdad led to a destabilization of the entire region and the emergence of IS was one of the results. The attempt of a regime change in Tehran will have consequences to an even greater extent.

Strictly speaking, we already saw the first acts of war. It began with UK’s seizure of an Iranian-flagged ship in the street of Gibraltar. An oil embargo on Syria is possible in peace time, but enforcing such an embargo by military means on an international shipping route is a wartime act. The reaction of Iran was predictable.

Now we are in a standoff. The chances for diplomatic solutions are not good at the moment. It began with the withdrawal from the Iran Nuclear Deal. The only way to peace leads back to that.

Mary Winona, eine der Protagonistinnen aus meinem Roman „Die Rückkehr der Weißen Büffelkalbfrau“

Ich werde öfter gefragt, nach dem Roman an dem ich zur Zeit arbeite. Die Rückkehr der Weißen Büffelkalbfrau. Deshalb habe ich mich entschieden euch eine der Protagonistinnen heute vorzustellen.

Sie wurde geboren während der Belagerung von Wounded Knee. Am 27. Februar 1973 besetzten Mitglieder der militanten indianischen Gruppe American Indian Movement Wounded Knee und nahmen elf Geiseln. Mit der Aktion wollten sie die Absetzung des Stammesvorsitzenden von Pine Ridge Dick Wilson erreichen. Er wurde allgemein der Korruption und Vetternwirtschaft verdächtigt. Aber die Forderung nach seiner Absetzung wurde in keiner Weise eingegangen, stattdessen zog das FBI einen Belagerungsring um die Besetzer von Wounded Knee. Nachdem mehrmalige Verhandlungen gescheitert waren, riefen die Eingeschlossenen die unabhängige Oglala Nation aus. Die Belagerung dauerte 71 Tage. Während dieser Zeit wurde Mary Winona geboren. Zusätzlich zu dem Namen Mary Winona gab ihr ein alter Medizinmann den Geheimnamen  Ptaysanwee, die Bedeutung war Weiße Büffelfrau, aber der Medizinmann machte ihrer Mutter klar, dieser Name sei eine geheimes Zeichen, nur sie und später ihre Tochter sollten ihn erfahren. Als die Aufständischen unter dem Kugelhagel  der FBI Agenten kapitulierten, kamen US Marshalls nahmen Mary Winona  ihrer Mutter weg und brachten sie in ein Kinderheim. Dort versuchten katholische Nonnen aus Indianer Kindern anständige Christen zu machen, wie sie sagten.

Doch Mary Winona war immer ein sehr widerspenstiges Kind. Die Nonnen versuchten mit Strenge und drakonischen Strafen Ihren Eigensinn zu brechen. Zu den Strafen gehörten auch Schläge mit einer Peitsche. Alle Versuche sie zu erziehen und zu zähmen scheiterten. Mary fand immer wieder ihre heimlichen Nischen. Aus Sicht der Nonnen war sie durch und durch verdorben. Im Alter von 12 Jahren wurde sie erwischt Händchen haltend mit einem 2 Jahre älteren Jungen aus einer anderen Abteilung des Heims. Beide schmusten und hatten eine gestohlene Flasche Whisky dabei.  Nachdem sie erwischt wurden, wurde Mary Winona geschlagen, im Keller eingesperrt, von den Nonnen immer wieder dazu angehalten zu beten und zu beichten. In dieser Zeit entwickelte sie einen tiefen Widerwillen gegen das ihr aufgezwungene Christentum. Aber sie war nicht dumm. Sie erkannte, dass sie hier einfach mitspielen musste. Sie begann den Nonnen vorzuspielen, sie sei eine überzeugte Christin und sei bemüht ein Gott gefälliges Leben zu führen. Auch im Katechismusunterricht, war sie jetzt eine der aufmerksamsten Schülerinnen. Die Nonnen waren zufrieden und sicher, dass ihre Gott wohl gefällige Erziehungsarbeit nun endlich den erhofften Erfolg zeigte.

So durfte sie im Alter von 15 Jahren das Erziehungsheim verlassen und sie kam in eine gute christliche Familie, wo sie als Haushaltshilfe arbeiten durfte. Sie war inzwischen ein körperlich voll ausgereifte junge Frau geworden. So war es kein Wunder, dass sie bald immer wieder begehrliche Blicke von allen Seiten spürte, die ihren Körper betrachteten. Solche Blicke kamen auch von dem Hausherren der Familie, für die sie arbeitete. Eines Abends kam dieser -natürlich ohne anzuklopfen- in ihr Zimmer, als sich gerade entkleidete. Er versuchte sie zu vergewaltigen. Doch Mary Winona war kräftig und zu allem entschlossen. Sie wehrte sich, zog sich schnell an, raffte ihre paar Habseligkeiten zusammen und verließ noch in der Nacht das Haus dieser Familie für immer.

Anschließend streifte sie im Lande umher auf der Suche nach, ja nach was? Das wusste sie natürlich selbst nicht genau. Sie suchte im Grunde nach ihrer eigenen Identität und Herkunft und so trieb es sie gefühlmäßig immer dahin wo amerikanische Ureinwohner sich aufhielten.

So kam sie eines Tages in die Hütte eines alten Medizinmannes. Bei ihm war eine Frau, etwas über vierzig Jahre alt, die an einem schweren Fieber litt. Mary Winona fragte, ob sie helfen könne und der Medizinmann nahm die Hilfe gerne an. So pflegte Mary Winona die Frau und gab ihr die Medizin die der weise Schamane zu bereitete. Manchmal sprach die kranke Frau im Fieber und sie erzählte von einer Tochter, die sie damals während des Aufstandes am Wounded Knee vor zwanzig Jahren geboren hatte und die ihr weggenommen worden war. Da lief es Mary Winona wie ein Schauer über den Rücken. Diese Frau war ihre Mutter. Der alte Medizinmann spürte, was die junge Indianerin in diesem Augenblick erkannte, er sah ihr in die Augen und sprach. „ Du bist Ptaysanwee, die weiße Büffelfrau, diesen Namen hast du von mir im Auftrag des großen Geistes von mir am Tage deiner Geburt bekommen. Die Wege der großen Geister des Lebens sind unergründlich, aber sie führen zum Ziel.“